arielen: (stargate atlantis)
Titel:Auf der dunklen Seite der Angst
Genre: Drama, Angst, Mystery, Darkfic, Episoden-Tag
Rating: PG-15, da CD
Charakter/Pairings:John Sheppard, Teyla Emmagan, Kate Heightmeier
Staffel/Spoiler: Staffel 4, Folge 4 “Doppelgänger”

Kurzinhalt:
Es gibt Schatten, Stimmen und Gedanken in einem selbst, gegen die ist auch eine erfahrene Therapeutin machtlos, wie Kate Heightmeier schmerzvoll erfahren muss.

Anmerkung des Autors:
Manchmal ist es gut, ein Ventil zu haben, um eigene Ängste auszuleben und damit loszulassen. Aus diesem Grund ist mir vor ein paar Wochen, als es mir selbst nicht so gut ging, diese kleine Geschichte eingefallen und so konnte ich sie leider auch lange nicht wirklich überarbeiten.. Der Ausgang des ganzen ist euch sicherlich gut bekannt, nicht aber der Weg dorthin.
Ganz zufrieden bin ich auch immer noch nicht, aber ich denke, man sollte es mit der Düsternis und Angst auch nicht übertreiben, vor allem nicht, wenn man selbst unter Stress im RL steht. Das ganze ist auf zwei Teile angelegt.

Disclaimer: Stargate Atlantis und SG-1 und alle Stargate Charaktere sind Eigentum von MGM/UA, Double Secret Productions, Gekko Productions und dem SciFi Channel. Diese Fanfiction wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.

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“Was tue ich hier?”

Die laut ausgesprochene Frage wurde zu einem wispernden Echo, dass die Wände zurück warfen und um sie herum streiften wie hungrige Schatten.

„Wie bin ich hierhin gekommen?“

Die Frau mit offenen Haaren und in einem langen fließenden Gewand sah sich um. Sie stand in der Mitte eines Ganges. Die Wände waren von mehreren Fenstern durchbrochen, die durch die farbigen Scheiben ein eigenartiges Licht erzeugten, nun wo die Deckenlampen auf eine minimale Helligkeit eingestellt waren.

Aber dennoch war etwas nicht so, wie es sein sollte.

Irritiert drehte sie sich einmal um sich selbst, während ihr Gesicht die Verwirrung in ihrem inneren wiederspiegelte.

Sie öffnete den Mund und schloss ihn wieder

Es war so sinnlos ein weiteres Wort zu sagen, denn die Worte verhalten ungehört. Niemand war in der Nähe, den sie hätte fragen können.

Doch warum war dem so, denn Normalerweise benutzten viele Wissenschaftler und Techniker, die in die Kontrollzentrale wollten oder Freizeit hatten, diesen Gang – auch in den Abendstunden. Denn eine andere Abzweigung führte zu einem der großen Balkone, von denen man einen wunderbaren Blick auf die uralte Stadt Atlantis hatte.

 

Einen atemberaubenden Blick, wenn man sich die Zeit dafür nahm, die Schönheit des Meeres und der ungewöhnlich verspielten ästhetischen Architektur der Stadt zu genießen, die so zeitlos war wie ihre Erbauer. Ein Meisterwerk der Technik, gleichzeitig aber auch ein Märchenschloss der Träume und Hoffnungen vieler Generationen.

Schon oft hatte sie selbst ihre Gedanken dort frei fliegen lassen.

 

Aber jetzt war alles anders.

Unfassbar anders und fremd.

Sie schloss für einen Moment die Augen, doch das machte es nicht besser. Sie konnte kaum atmen, während ihr Herz immer schneller und bis zum Hals schlug.

Ein Zittern durcheilte ihren Körper.

Ein Teil von ihr, der Kate Heightmeier war, studierte und einsatzerprobte Psychologin, die bereits im vierten Jahr auf Atlantis arbeitete und auch das schwere erste Jahr und mehrere Invasionen mitgemacht hatte, begann kalt und sachlich zu analysieren.

“Das ist nur eine Panikattacke. Es geht vorüber. Du wirst überleben“, flüsterte sie sich beruhigend zu. So wie sie es in unzähligen Seminaren gelernt und in noch mehr Sitzungen an ihre Patienten weiter gegeben hatte.

Doch da war auch noch das kleine Mädchen, das Schatten sah, wo keine waren, und Angst verspürte, deren Wurzeln nicht zu greifen waren.

Schweißperlen traten auf ihre Stirn.

Sie wischte diese mit den Rechten fort und stützte sich gleichzeitig mit der anderen Hand gegen die Wand, weil sie ein Schwindelgefühl erfasste.

Das machte ihr schwer die Gedanken zu ordnen. So schwer.

Die  Furcht war übermächtig.

 

Aber vor was?

 

Die Beklemmung wollte nicht weichen, statt dessen wuchs sie noch mehr. Sie machte ihr es jetzt schwer zu atmen und lähmte ihren Geist und Körper.

Dabei kehrte die Erinnerung zurück: Sie war doch eben erst zu Bett gegangen und hatte die Augen geschlossen, froh darüber endlich Ruhe zu haben. Der Tag war äußerst anstrengend gewesen, so wie die Gespräche mit mehreren Angehörigen der Expedition, die über Ängste und Sorgen geklagt hatten. Seit ein paar Tagen konnte sie sich vor dem Andrang kaum retten, so als grassiere eine ansteckende Seuche unter den Wissenschaftlern, Technikern und Soldaten. Viele hatten das Gefühl verfolgt zu werden, und die Ahnung, dass ihnen bald etwas schreckliches passieren würde.

Und langsam schien sich diese unerklärliche Paranoia auch auf sie auszuwirken, denn normalerweise pflegte sie ihre Arbeit in einer kleinen Übung nach Dienstschluss in ihrem Büro zurück zu lassen, aber diesmal schien das Ritual nichts genutzt zu haben. Sie hatte die Sorgen mit in ihren Schlaf genommen. Und das war nicht gut.

Warum nur?

Ein stechender Schmerz fuhr durch ihren Kopf, als stoße jemand eine glühende Nadel hindurch. Für einen Moment verschwamm die Umgebung vor ihren Augen.

 

*** Wieder war sie in ihrem Quartier. Da sie das Fenster offen gelassen hatte, bewegten sich die Vorhänge in einer leichten Brise. Durch die Ritzen im Stoff fiel das Mondschein in den Raum und brachte Licht in die Schatten... ***

 

Mondlicht?

Nacht?

Sie schreckte auf und drehte ihren Kopf zum Fenster. Durch die bunten Scheiben konnte sie eine strahlende Scheibe erkennen. Draußen war helllichter Tag, dennoch trug sie anstatt ihrer Arbeitskleidung noch ihr Nachthemd. Und sie war barfuss.

Sie hielt die Luft an. War es das, was nicht stimmte?

 

*** Nur um das schmale Fenster herum hatte sich durch das Licht der Monde ein schimmernder Hof gebildet. Der Rest des Raumes lag im Dunkel der Nacht, aber dennoch glaubte sie etwas zu spüren. Denn  Schatten schienen zu wispern, hörten sich fast an wie die Blätter des fallenden Laubs in einer Herbstböe, doch verstehen konnte sie nur wenige Wortfetzen und die ergaben keinen wirklichen Sinn. Es war so, wie in den Momenten, wenn sie aus lauter Erschöpfung ihr Gegenüber einfach nur reden ließ, weil sie wusste, dass es nicht um die Inhalte ging, sondern der Patient es einfach nur brauchte, das ihm jemand zuhörte, auch wenn er vier oder fünfmal das Gleiche erzählte.

Stattdessen gab sie sich nun  viel lieber anderen Empfindungen hin. Eine warme raue Hand berührte sie am Arm und strich nun in einer sanfte Berührung von der Schulter bis zu den Fingern, so dass sie sich unwillkürlich auf den Rücken wälzte und wohlig seufzte...

Es war wie die zärtliche Liebkosung eines engen Freundes.

Und wenn sie ehrlich war, dann vermisste sie eine Beziehung schon seit längerer Zeit. Und so hatte sie sich wohlig geräkelt und die Augen geöffnet, nur um...***

 

Im nächsten Moment schrak sie heftig zusammen, denn etwas riss sie aus den Erinnerungen oder dem Traum – sie konnte es nicht einmal sagen.

„Kann ich ihnen helfen, Dr. Heightmeier? Geht es ihnen nicht gut?“

Sie kannte die Stimme sehr gut, auch wenn der Mann, zu dem sie gehörte nur selten ihre Praxis aufsuchte. John Sheppard gehörte nicht zu den Menschen, die ihr Innerstes gerne offenbarten, die sich schwach zeigen wollten und das hatte sich in den letzten vier Jahren nicht geändert, auch wenn er etwas offener geworden war.

Sie schluckte und straffte ihre Schultern. Dann holte sie tief Luft und versuchte zu lächeln, auch wenn ihr überhaupt nicht danach war, während sie ihre Gedanken sammelte. „Es ist ... ist schon gut. Ich ... glaube, ich sollte die Krankenstation aufsuchen“, antwortete sie bedächtig, auch wenn sie das Gefühl hatte, das diese Worte nur aus ihrem Mund kamen, nicht aber aus ihrem Geist..

Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, als sie ihr Gegenüber ansah und dabei unbefangen zu wirken versuchte. Er trug wie immer seine schwarze Uniform und die Haare standen wirr zu Berge, aber etwas an seiner Erscheinung irritierte sie.

„Soll ich sie begleiten?“ Der dunkelhaarige Mann lächelte beruhigend und bot ihr den Arm. „So lange werden sie in der Zentrale sicher noch auf mich warten können. So weit ich weiß lioegt nur eine Routinebesprechung an.“

Kate Heightmeier streckte die Hand aus, denn an seinem Angebot war nichts auszusetzen und sie ertappte sich dabei, auch noch an etwas anderes zu denken.

 

*** Ja, er war ohne Zweifel attraktiv. Sie wusste, dass er manch einer der neu ankommenden Wissenschaftlerin, Technikern oder Soldatin schlaflose Nächte bereitete und in den Frauenrunden als Herzensbrecher bekannt war, der gerne flirtete ... aber sie konnte nicht sagen, dass sie viel mehr als seinen Anblick genoss. Charakterlich war er nicht ihr Typ – viel zu anstrengend und undurchschaubar. Niemand, dem sie ihre Seele anvertrauen wollte. Und doch ....

Mit verschlafenem Blick sah sie zu dem Mann mit den verstrubbelten schwarzen Haaren auf, der sich über ihr Bett beugte. Seine Hand lag noch immer auf ihrer Brust, die Finger spielten zärtlich mit....***

 

Unwillkürlich fasste sich Kate an den Ausschnitt ihres Nachtgewandes, doch die Verschnürung war verschlossen. Niemand hatte sie berührt und niemand würde sie jetzt anfassen. Und sie durfte ihm nicht trauen. Das wusste sie ganz sicher.

Die Furcht kroch in ihr hoch wie ein beißendes Gift in ihren Adern.

Sie ließ ihren Arm abrupt sinken und kämpfte gegen den Drang, sich umzudrehen und einfach davon zu laufen.

„Was ist mit ihnen?“ fragte John Sheppard immer noch ruhig. „Sie brauchen wirklich keine Angst vor mir zu haben.“

Und doch hatte sie genau das. Sie durfte ihm nicht glauben. Er log sie an, und das hatte er nicht zum ersten Mal getan, wenn sie ganz genau überlegte. Seine freundliche Geste, sein besorgtes Verhalten, all das war eine simple Farce, um seinen wahren Charakter zu verbergen und seine Absichten. Er würde sie nicht mehr täuschen können. Vor allem nicht nach dem, was nun in ihren Geist zurück kehrte.

 

*** ... sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch mehr als einen tiefen Seufzer brachte sie nicht heraus, denn die Gefühle, die seine Berührungen in ihr erweckten waren angenehm und erzeugten ein wohliges Kribbeln in ihrem Körper. Sie wollte sich ihnen einfach nur hingeben. Und sie genießen.

Doch stattdessen sah sie tief in John Sheppards  vom Mondlicht erhellten Augen. Sie waren normalerweise haselnussfarben - irgendwo gefangen zwischen grau, grün und blau wie immer und von einem geheimen Schmerz und einer Ernsthaftigkeit erfüllt, die nicht zu seinem oft jungenhaften Verhalten passten.

Nun aber begannen sie sich verändern, blitzten urplötzlich sie in einem kalten blauen Licht auf und veränderten sich. Die Pupille wurde von einem Kreis zu einem Strich, die sie umgebende Iris verfärbte sich gelb. Gleichzeitig nahm sie auch eine Veränderung seiner Gesichtshaut wahr...***

 

Das war es – ihr Gegenüber trug eine Maske um sie zu betrügen und verwirren. Das Lächeln auf den Lippen war falsch und tückisch wie das einer Schlange. Denn seine Augen blieben im Gegensatz dazu kalt – eisig kalt wie der Glanz eines durchscheinenden Kristalls.

Ihr wurde heiß, und dann wieder kalt.

Ihre Furcht vermischte sich mit Zorn und noch frischen Erinnerungen...

 

***... für einen Moment löste er die Hand von ihrer Haut und präsentierte ihr die Fläche, als wollte er sich an ihrem Entsetzen weiden. Kate schrie auf, denn in den Jahren, die sie sich nun schon in der Pegasus-Galaxie aufhielt, hatte sie mehr als einmal das Mal ... das Maul gesehen, das sich nun rot und wulstig auf seiner Hand abzeichnete.

Und seit der Belagerung im ersten Jahr kämpfte sie selbst mit düsteren Erinnerungen. Zwar hatten damals Soldaten die Drohnen rechtzeitig erschossen, die bis in die Nähe der Krankenstation gekommen waren, aber sie würde niemals den Anblick vergessen, wie eine sich noch im Sterben an einer jungen Marine genährt hatte...

Panikerfüllt floh sie aus dem Bett. Glücklicherweise stand er zum Fenster hingewandt und konnte ihr nicht den Weg versperren.

Nur weg von ihm nur weg...

Und das so schnell wie möglich

Das war nicht mehr John Sheppard ... sondern die Kreatur, zu der er vor knapp zwei Jahren schon einmal mutiert war. Offensichtlich hatte sie ihn nie verlassen – und vielleicht hatte er sich sogar mit dem Dämonen in seinem Inneren arrangiert, ihn gehegt und gepflegt.

Dieser  durch den Retrovirus gezeugte Hybrid handelte nur nach dem Instinkt und folgte dem gleichen Hunger wie ein Wraith. Das war kein menschliches Wesen mehr, sondern ein  Iratus-Käfer in Menschengestalt

Sie musste weg von hier.

... ganz schnell fliehen ...

...fort...***

 

„Ich bin ihr Freund, glauben sie mir. Brauchen sie wirklich einen Beweis?“ Er hob die Rechte und zeigte die Innenfläche seiner Hand, als wisse er genau, was in ihr vorging. Sie kniff die Augen zusammen und doch veränderte sich nicht – trotz allem blieb die Haut glatt und fleischfarben, wölbte sich nicht zu den charakteristischen Riss auf. Er war weder ein Wraith noch ein Iratus-Käfer-Hybrid, noch irgend etwas anderes.

Kate schluckte und versuchte sich zu sammeln. Ihre Gefühle spielten ihr einen bösen Streich Andererseits vielleicht enthüllten sie ihr jetzt erstmals die Wahrheit über ihn.

‚Warum glaubst du, hat er die Besuche bei dir gemieden, so oft er konnte, selbst wenn er auf seinen Außenmissionen dem Tode nahe gekommen ist?’ wisperte eine Stimme in ihr, die ganz vernünftig klang. ‚Du hättest ihn zweifellos durchschaut, wenn er dich mehr an sich heran gelassen hätte. Und dann wäre sein wahres Ich zum Vorschein gekommen.’

Für einen Moment gelang es ihrem Verstand die Oberhand zu gewinnen und einem anderen Teil ihres Ichs den Vortritt zu lassen.

 

Beruhige dich.

Das ist alles nicht wahr, sondern nur Illusion.

Ein Alptraum, den dir deine überreizten Nerven vorspielen.

 

Es würde für alles eine Erklärung geben. Es musste einfach. Sie hatte nur die Pflicht, heraus zu finden, was es war, und durfte sich nicht länger von ihren Instinkten beherrschen lassen, vor allem nicht jetzt. Auch wenn sie deren Warnungen nicht überhören durfte.

Aber das war leichter gesagt als getan, und fast unmöglich, in Einklang zu bringen.

Sie sah ihm wieder ins Gesicht.

 

Kate erstarrte unwillkürlich, obwohl in ihrem Inneren ein Chaos tobte. Die Augen waren einem alten Sprichwort zufolge Spiegel zur Seele, und in der Psychologie gab es durchaus Wissenschaftler, die diese Erkenntnis nicht nur für esoterischen Humbug hielten...


- Teil 2 -



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